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Was? 2021 ist schon wieder vorbei?

Und zack! Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Was habe ich als Kind den Spruch gehasst "Die Zeit vergeht so schnell". So ein Blödsinn! Bis zu den nächsten Ferien, zum nächsten Geburtstag, bis Weihnachten waren es immer Ewigkeiten. Aber je älter ich werde, umso öfter kommt mir genau dieser Gedanke.


Jedenfalls ist 2021 nach gefühlt drei Fingerschnipsern und einmal "Was ist los?"-Sagen schon fast wieder rum. Mit und auch ohne Motorrad habe ich in dieses Jahr allerdings eine Menge schöner Dinge erlebt. Das lag unter Anderem daran, dass ich mich erstmals auf eine lange Reise begeben habe, nämlich... Aber nein, Alles der Reihe nach.


Winterzeit ist Schneezeit. Nicht unbedingt bei uns im warmen Rheintal, aber auf den nahen Schwarzwaldbergen. Im Kontrast zum glitzernden Weiß sieht so ein farbenprächtiger Sonnenaufgang auf meinem hiesigen Lieblingsberg Hochblauen doch gleich viel bezaubernder aus. Das frühe Aufstehen sollte sich im Lauf des Jahres noch ein paar Mal wiederholen, wie dieses Mal ohne, aber auch mit Motorrad.




Wichtigstes Ereignis des Jahres ist natürlich die Geburt meines dritten Enkelkindes Lilly. Gleichzeitig lässt ein Hochwasser den Rhein so weit ansteigen ließ, dass die Schwäne mit ihren langen Hälsen grad noch so aus dem Wasser schauen. :-)




Im Dezember 2020 bekam ich meinen VW-Transporter, der dann im Frühjahr zum Camper umgebaut wird. Was ich damit anfange, erzähle ich später.




Ab Februar erlauben die Temperaturen und die schneefreien Straßen wieder die ersten längeren Touren im Schwarzwald.




Die Blüte der Kirsch- und Apfelbäume am Fuß des Schwarzwalds ist ein Spektakel, das man nicht versäumen sollte.




Ab und zu fahre ich gern mal einen oder zwei Tage auf einer Rennstrecke. Bei einigen wird dazu vom Veranstalter eine Lederkombi verlangt oder per Reißverschluss verbundene Lederjacke und -hose. Ich trage zwar so gut wie immer nur Lederklamotten, die diese Voraussetzung aber nicht erfüllen. Darum kaufe ich mir im April endlich eine Kombi, ein schönes Stück aus Bella Italia. Leider lasse ich mich vom Verkäufer dazu überreden, sie ein wenig knapp zu kaufen. "Leder weitet sich nach ein paar Mal Tragen."


Von wegen. Nach einigen Touren habe ich keine Lust mehr, den Bauch einzuziehen und mich wie eine Presswurst zu Fühlen. Also verkaufe ich das Teil auf e*** Kleinanzeigen und lasse mir in Lörrach eine Kombi anmessen, von Schwabenleder, die S-Klasse sozusagen. Nicht gerade billig, aber was soll's, die sitzt dann wenigstens und es wird ja sicher die einzige und letzte sein. Bis die angefertigt ist und geliefert wird, dauert es allerdings bis Oktober. Das Rennstreckentraining absolviere ich darum mit einer von Schwabenleder freundlicherweise zur Verfügung gestellten Kombi.



Mit den Kumpels und Kumpelinnen (Kumpelienen? Kumpaninnen? Kumpeusen?) meiner lokalen Mopedbande mache ich jeden Monat eine Ganztages-Tour, die jeweils von jemand anderen geplant und geführt wird. Dazu kommen diverse kurzfristige und spontane kürzere Fahrten.




Der Mai bringt im Kaiserstuhl eine Invasion der gleichnamigen Käfer und ein rotes Meer von Mohnblumen, aber auch nochmal Neuschnee im Hochschwarzwald. Jetzt ist auch die beste Zeit, die exotisch anmutenden Bienenfresser im Kaiserstuhl zu beobachten.




Im Juni mache ich die erste , wenige Tage dauernde Testfahrt mit dem endlich ausgebauten Camper und besuche meine Restfamilie in Bayern. Die daraus gewonnenen praktischen Erkenntnisse zur Optimierung fließen danach in das Feintuning der Ausrüstung ein. Rosa ist mit ihren viereinhalb Zentnern nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Einfach in den Bus Reinschieben geht also nicht, ich muss sie schon im ersten Gang mit schleifender Kupplung rein bugsieren. Die Vorstellung, dass ich dabei mal ausrutsche und sie sich in Richtung Frontsitze davonmacht, gefällt mir nicht. Darum baue ich eine Seilwinde ein, mit deren Hilfe Rosa nun mühe- und gefahrlos in den Bus gezogen wird. Das wird sich als sehr nützlich erweisen bei... Nein, so weit ist es noch nicht.




Zuvor stehen noch diverse Fahrten und Besuche auf dem Programm, beispielsweise des Motorradmuseums La Grange à Bécanes in Bantzenheim im Elsass.



Und dann, endlich, am 2. Juli, geht es los. Ursprünglich hatte ich eine Reise rund um Westeuropa geplant, beginnend an der Nordsee, das Meer immer zu meiner Rechten über Niederlande, Belgien Frankreich, Spanien, Portugal und wieder zurück über Spanien, Frankreich und Schweiz. Die unsichere Situation wegen des Coronavirus brachte mich dazu, eine "kleine" Version zu wählen: Nordsee, Dänemark, Ostsee, Mecklenburgische Seenplatte, Berlin, Bayrischer Wald, Oberbayern und zum krönenden Abschluss Dolomiten und Vinschgau. Diese Reise habe ich hier https://www.motolupo.de/post/labskaus-smörrebröd-schwammerl-und-marillenknödel schon ausführlich beschrieben, darum gibt es hier nur eine Handvoll Eindrücke zu Sehen.





Mitte August bin ich wieder zurück, und danach steht Urlaub mit der gesamten Familie, ohne Motorrad, auf dem Plan. Die Lüneburger Heide, insbesondere das Pietzmoor, erinnert mich an meine Kindheit im Schönramer Filz.




Ein Mitglied unserer Motorradbande betreibt eine Werkstatt und repariert und restauriert alte zweirädrige Rostlauben. Davon stehen Unmengen in seiner Halle und warten auf die Verwandlung vom angestaubten und morschen Mauerblümchen zur strahlenden Schönheit.




Im September darf sich erstmals in diesem coronagebeutelten Jahr Tina einigeTage lang auf der schönen Rennstrecke in Chenevières austoben, ich stecke dabei, wie geschrieben, in der Leihkombi. Dabei lerne ich wieder ein paar neue nette Motorradverrückte kennen. Aus drei Tagen werden dann aber nur zwei, weil die Bremsbeläge vorher die rote Flagge zeigen. Die Fotos von mir sind selbstredend keine Selfies, sondern von Helmut Ziehm https://www.facebook.com/helmut.ziehm, der als Profifotograf die Renntrainings unter Anderem von Hardtwald-Racing begleitet. https://hardtwald-racing-connection-irubner.business.site/




Chenevières ist gleichzeitig Tinas Abschiedsvorstellung. Ich verkaufe sie nämlich kurz danach und tausche sie gegen eine kleinere KTM Duke 890 R ein. Warum? Das beschreibe ich hier: https://www.motolupo.de/post/orange-orange-wie-herbst-orange-wie-ktm


Allmählich zieht der Herbst ein mit seinen prächtigen warmen Farben. Eine schöne Jahreszeit, um bei gemäßigten Temperaturen und weniger überfüllten Straßen die ruhigen Ecken des Schwarzwalds zu erkunden.




Apropos Herbstfarben: Meine im April bestellte Kombi trifft endlich ein, mit meiner Lieblingsfarbe Orange KTM-mäßig strahlend. Dabei wusste ich im Frühjahr noch gar nicht, dass ich Tina gegen das österreichische Kürbisrad eintauschen würde. Um sie zu Tragen ist es jetzt aber schon zu kalt. Aber für 2022 sind ja schon wieder mehrere Trainings gebucht.




Die eine oder andere Nachmittagstour geht noch. Und natürlich steht auch noch ein weiterer Sonnenaufgang auf dem Hochblauen auf dem Programm.



Nach 2020 stand auch dieses Jahr unter dem Zeichen des blöden Virus. Ich hoffe, dass uns 2022 wieder mehr Freiheit bringen wird. Und ja, weil wir gerade von 2022 Sprechen: Die nächste große Tour macht sich seit Langem in meinem Kopf breit. Ob es die ursprünglich für dieses Jahr geplante Route werden wird, oder doch eine andere, weiß ich noch nicht so recht. Schaumer mal, sagt der Bayer.











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