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Orange. Orange wie Herbst. Orange wie Kürbis. Orange wie KTM.




Seit meinem Sommertrip hat sich Einiges geändert. Tina, meine BMW S1000R habe ich kürzlich verkauft. Sie war ein hervorragendes Motorrad: Sahniger, elastischer Motor, drehfreudig bis zum Abwinken, exzellentes Fahrwerk, elektronisch einstellbar auf unterschiedliche Straßenverhältnisse, nix wackelt oder flattert, schnell wie die Sau, Kraft im Überfluss. Zum Abschluss durfte sie sich noch zwei Tage lang auf der Rennstrecke in Chenevières austoben.

Die Fotos von der Strecke sind natürlich nicht von mir, sondern von Helmut Ziehm von KWDF Eventfotografie https://www.facebook.com/profile.php?id=100010591777190





Alles top. Warum also verkaufe ich so ein Wundergeschoss? Nun, die Perfektion war mir schon fast zuviel, alles lief wie geschmiert und war glattgebügelt, ein richtiger Einserschüler. Jetzt hab ich ja nix gegen Einserschüler, aber wenn ich mich so zurückerinnere, waren das meist nicht grad die unterhaltsamsten Schulfreunde.


Die KTM dagegen rumpelt mit ihrem Zweizylinder, ist durch ihr viel geringeres Gewicht - rund 40 Kilo weniger! - deutlich agiler und beweglicher, das auch sehr gute, aber eben nicht ganz so perfekt elegant wirkende Fahrwerk lässt mich Schlaglöcher und Buckel mehr spüren, ich habe ein unmittelbareres und direkteres Gefühl von der Straße unter mir. Das Alles gefällt mir ausgesprochen gut.


Ach ja, und ganz wichtig: Tina konnte schnurren und schleichen wie eine Katze, im fünften Gang mit 50 fast lautlos durch's Dorf zu Bummeln war kein Problem. Aber wehe, wenn ich den Gasgriff aufdrehte, kamen die Trompeten von Jericho raus. Das war für meine zarten Öhrchen auf die Dauer nicht unbedingt nur ein Vergnügen, und für die armen Schwarzwälder erst recht nicht. Die KTM dagegen ist zwar auch keine Leisetreterin, aber sie brummt viel bassiger und sonorer, in meinen Ohren wesentlich angenehmer als Tinas - verzeih, meine Liebe - elendes und nerviges Vierzylinder-Gekreische. 🤕


Ist halt Alles eine Sache der persönlichen Vorlieben, auch die Optik. Vor Allem die Front mit dem doch extravagant gestylten Scheinwerfer und der Breitmaulfrosch-Tank gefielen mir eigentlich nicht übermäßig. So in natura besehen finde ich das Design jetzt sogar cool, es ist kein Einheitslook, ausgefallen. Mein zehnjähriger Enkel meint, sie sähe aus wie eine Wespe oder Hornisse. 🐝 Passt ganz gut zu ihrem giftigen Charakter.





Ein paar Kleinigkeiten müssen noch geändert werden: Der Tempomat - ja, das ist super praktisch und spart Strafzettel! - muss noch eingebaut werden, der originale, angeblich kurze Kennzeichenträger von KTM ist mir noch zu lang, und der weiße Tank will mir noch nicht so recht gefallen. Vielleicht lass ich den Folieren. Schaumer mal.


Inzwischen durfte ich die KTM schon ein paarmal ausführen, die 1000 Kilometer-Einfahrkontrolle ist nächste Woche dran. Sicher nur um mich zu entzücken hat sich der Herbst in den letzten Tagen extra dafür mächtig in Schale geworfen und haut mit gelben, roten und eben auch orangen Blättern so richtig auf den Putz. Farblich passt das ausgezeichnet zur Maschine.





Jetzt muss ich noch den Untertitel dieses Blogs ändern. Unterwegs mit Rosa und Tina trifft ja nicht mehr zu. Dazu brauch' ich noch einen Namen für den Kürbis. Grübel, grübel...

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