Das Überraschungsei zwischen Mitteleuropa und Balkan: Slowenien
- motolupo

- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Kürzlich verbrachte ich mit drei Freunden eine Motorradwoche in Slowenien. Ich kannte das Land bisher nur von einem Familienurlaub in Bled.
Wir wohnten jetzt in einem kleinen, aber feinen Hotel nahe Tolmin im Sočatal, also im Westen, nah an der italienischen Grenze.
Das "Blue House" liegt damit optimal für Touren in die Umgebung, speziell die Julischen Alpen im Norden, die kurvenreichen Straßen und Sträßchen im Osten Richtung Ljubljana, aber auch an die (kurze) slowenische und italienische Adriaküste mit Triest. Das Frühstück im mit Gemälden und sonstiger Deko reichlichst ausgestatteten Frühstücksraum überraschte jeden Tag mit verschiedenen lokalen Leckereien.
Natürlich "mussten" wir die bekanntesten motorradfahrerischen Sahnestücke gleich "abhaken": Den Mangart-Sattel und den Vršič-Pass. Ersterer ist eine schmale, überwiegend einspurige Straße, die sich an teilweise extrem steilen Bergflanken in engen Kurven hinaufwindet. Fahranfänger oder Menschen mit Höhenangst sollten sich ein anderes Ziel suchen. Leider war die abschließende Schleife ganz oben gesperrt und nicht befahrbar. Anders gibt sich der Vršič-Pass. Der lässt sich, gut ausgebaut, zügig befahren, wenn er nicht gerade von zahlreichen motorisierten Fahrzeugen und Radfahrern verstopft wird. Auch mit vierbeinigen Woll- und Milchlieferanten oben auf der Passhöhe muss man rechnen. Über ihn kamen wir auch zurück von einer Runde über Bled am schönen grünen See, auf der Nordseite auch mit etlichen kopfsteinpflasterbewehrten Spitzkehren.
Über diesen Pass gelangten wir auch hinüber nach Kranskja Gora und weiter ins italienische Tarvisio, beides auch beliebte Wintersportorte, und wieder zurück über Pontebba, Chiusaforte und den Neveasattel.
Neben den dolomitenähnlich extrem steil und hoch aufragenden Julischen Alpen erfreuen das Motoradfahrerherz auch die nicht so hohen Berge weiter südlich und östlich mit ihren teilweise schmalen und sehr kurvigen Straßen.
Die führten uns auch auf eine kurze Stippvisite nach Ljubljana. Obwohl die Stadt ziemlich touristisch überlaufen ist, wäre sie sicher einen etwas ausführlicheren Besuch wert. Allein die Fahrt dorthin war schon ein Vergnügen, ebenso die herrliche Lage auf einem Bergrücken des Städtchens Sorica auf halben Weg.
Und dann lockt selbstverständlich auch die nicht ferne Adriaküste. Slowenien hat zwar nur einen kurzen, gut 40 Kilometer langen Küstenstreifen, dafür liegt nördlich davon die alte italienische Stadt Triest noch näher. Das Borgo Teresiano, das von der österreichischen Kaiserin Maria Theresia in Auftrag gegebene Viertel mit seinen herrschaftlichen Häusern und dem Canal Grande erinnert an eine Mischung aus Wien und Venedig.
Slowenien überraschte mich mit seinen wirklich atemberaubenden Bergen und idyllischen Tälern, exzellenten Motorradstrecken, freundlichen Menschen, abgesehen von einigen touristischen Hotspots eher wenig Verkehr, moderaten Preisen und bodenständigem Essen.
Und man findet kaum einen Straßenabschnitt, der mal länger als ein paar hundert Meter geradeaus führt.
Ich denke es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, auch wenn sich die Anfahrt mit gut 800 Kilometern schon in die Länge zieht, vor Allem mit Motorradanhänger und dadurch in Schweiz und Italien auf ermüdende 80 km/h beschränkt. Aus diesem Grund teilte ich die Rückreise auf zwei Tagesetappen auf mit Zwischenstopp in Bayern bei meiner Schwester.





















































































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